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Das Wetter in Jänickendorf im Januar 2006

Mit 4,0° war es mein drittkältester Januarmonat seit 1985 (-4,6 1996 und 8,5 1987). Es gab nicht einen frostfreien Tag und 15 Eistage. Zwar wurden 21 Schneedeckentage gemessen, doch die Höhe war eher gering. Nur zu Monatsanfang konnten wir noch von den Schneefällen des alten Jahres zehren, mit 11cm begannen wir. Den geringen Niederschlag von nur 38% des Solls ließ die Schneehöhe nur am 18. nochmals auf 9 cm Wachsen. Im Mittel betrug sie nur 3 cm. Dafür erlebten wir den wohl sonnenscheinreichsten Januar seit langem.  Mit 96,1 Stunden schien sie hier 174% vom Soll. Damit hat dieser Monat den Januar 1993 mit 77,7 h weit angeschlagen (seit 1985). Es war mal wieder ein richtiger Wintermonat mit einigen extremen bis zu 18,3°C, am Boden sogar mal wieder 20°C.  Seit 1987 (21) war es mit 11 Tagen mit einem Min unter 10°C der kälteste Januar.

In der Neujahrsnacht bildete sich stellenweise Eisglätte. Am Tage taute es weiter, der Schnee sackte auf 11 cm zusammen. In der Nacht fror alles wieder und gefährliche Eisglätte bildete sich. Der 2. und 3. neblig trüb bis hin zu Nebel mit leichtem Raufrost. So blieb es bis zum 6. mit geringem Schneegriesel. Gegen Mitternacht Glatteisbildung bei Sprühregen. Das Glatteis hielt sich auf den Nebenstraßen den ganzen Tag (7.).
Ersten Sonnenschein nach 8 Tagen am 8. Ab dem Mittag hatte sie freie Bahn. Der erste wolkenlose Tag des Jahres schloss sich an. Ein herrlicher Wintertag mit knackigem Frost. Bestes Winterwetter am 10. und 11. Ab dem Nachmittag leichter Wolkenaufzug bis zum Ac. In der Nacht zum 12. brachte die Kaltfront 1,1 mm Regenschauer mit Glatteisbildung. Dieses taute bis zum Vormittag wieder ab, da generelles Tauwetter einsetzte. Es war mit 1,3°C Mitteltemperatur auch der wärmste Tag bisher.
Doch es sollte wieder kälter werden. Am 13. noch sehr dunstig. Vom 14. bis 17. allerdings schöne Wintertage, mit klaren und sehr kalt Nächten. Erste Schneeflocken zum 2. Klimatermin des 17. Es sollte noch mal richtig zur Sache gehen. Schneefall dann am Abend. Eine dünne Schneedecke konnte sich schon ausbilden. Die ganze Nacht hindurch schneite es nun, so dass heute Morgen bereits 6 cm Nassschnee gemessen werden konnten. Bis zum Mittag wuchs die Decke aufgrund des hohen Wassergehaltes aber nur noch auf 7 cm. Auch der 19. blieb bedeckt. Zum Abend hin näherte sich aus dem Norden ein Niederschlagsgebiet, dass ab 23 Uhr leichten Schneefall brachte und bis zum Morgen 2 cm Zuwachs. Dann folgte mäßiger Glatteisregen, der zu Verkehrsproblemen führte. Sogar die Schulbusse fielen aus. Die Glatteisdecke hatte eine Dicke von bis zu 4 mm, die besonders gut an Bäumen und Sträuchern zu sehen war. Dabei ist es recht selten, das sich Glatteis auf einer Schneedecke bildet. 
Zum Mittag hin taute das Glatteis ab, da die Temperaturen auf 3°C anstiegen. Zum Abend und in der Nacht zum 21. noch leichter bis kräftiger Regen, der den Schnee auf 2 cm zusammensacken ließ. Bei Tauwetter mit 4 Grad versanken die letzten Schneeflecken in den Tauwasserpfützen. Der Boden ist aber noch gefroren und so verband sich alles mit der Eisglätte.  
In der Nacht zum 22. rollte die nächste Kältewelle auf uns zu. In der Nacht verzogen sich die Wolken und die sibirische Kälte brach auf uns herein. So konnte um 8 Uhr ein Wert von -17,4°C. Diese Kälte brachte ein sehr seltenes Schauspiel zu Tage, Eisnadeln. Diese entstehen an klaren Tagen unter -10°C. Gegen die Sonne  waren sie am besten zu sehen. Die Luft schien zu glitzern. Dabei handelt es sich um stäbchenförmige Eiskristalle, die durch Ausfällung entstehen, also Sublimation. D.h. die Luftfeuchte schockgefriert. Eisnadeln gelten daher auch nicht als Niederschlag. Am 23. die bisher kälteste Nacht des Winters, zuletzt war es vor 3 Jahren so kalt. In der Hütte maß ich einen Wert von -18,2°C. Am Erdboden gab es keinen Winterrekord, da kaum Schnee lag. Es blieb ein "Kalter" Tag. So wird er genannt, wenn das Maximum die -10°C Marke nicht übersteigt. So etwas hatten wir schon lange nicht mehr, zuletzt im Januar 2003. Am 24. die kälteste Nacht, wenn auch nur um 0,1K. Ab dem Abend wurde es wieder milder. Ursache war ein Tief, dass aber westlich an uns vorbeizog. Daher auch kein Niederschlag. Die Front kam bloß bis Magdeburg und drehte dann nach Südwest. 
Von Osten her klarte es am 26. auf. So geht die Kältewelle in die nächste Runde. Zwei klare Frosttage folgten. Der Schnee verdunstete auf Flecken. Niederschlag gab es im Januar keinen mehr. Ab 29. trat kein Eistag mehr auf. Kurz vor Mitternacht des 30. leichter Glatteisregen. Den ganzen Monatsletzten über Hochnebel, bis 10 Uhr war noch leichtes Glatteis auf den Verkehrswegen zu finden. Zu größeren Behinderungen kam es aber nicht.

Neue Rekordwerte Januar (seit 1985)
22. tiefstes Mittel  -11,2 °C seit 1992
23. tiefstes Mittel  -15,4 °C seit 1996
24. tiefstes Mittel  -12,0 °C seit 1996
27. tiefstes Mittel  -10,2 °C seit 1996
28. tiefstes Mittel  -10,0 °C seit 1996
22. tiefstes Maximum  -6,0 °C seit 1992
23. tiefstes Maximum  -11,6 °C seit 1996
22. tiefstes Minimum  -15,7 °C seit 1992
23. tiefstes Minimum  -18,2 °C seit 2004
24. tiefstes Minimum  -18,3 °C seit 2000
27. tiefstes Minimum  -14,7 °C seit 2004
10. tiefstes E-Min  -13,1 °C seit 2003
14. tiefstes E-Min  -11,0 °C seit 2002
15. tiefstes E-Min  -13,0 °C seit 1991
16. tiefstes E-Min  -14,2 °C seit 2002
22. tiefstes E-Min  -17,3 °C seit 2004
23. tiefstes E-Min  -19,5 °C seit 2004
24. tiefstes E-Min  -20,0 °C seit 2000
27. tiefstes E-Min  -17,8 °C seit 2004
09. höchster Sonnenschein 6,8 °C seit 2005
14. höchster Sonnenschein 7,0 °C seit 1991
15. höchster Sonnenschein 6,9 °C seit 2002
22. höchster Sonnenschein 7,4 °C seit 1992
23. höchster Sonnenschein 6,9 °C seit 2004

Wetterstation Jänickendorf
Marco Ringel
www.jaenickendorf-wetter.de
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Letzte Aktualisierung 02.02.2006
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