Das Wetter in Jänickendorf im September 2003

Der September war ein außergewöhnlicher Monat. Er war leicht zu warm. 5 Sommertage wurden in Folge beobachtet, davon war einer ein heißer Tag. Das gab es so noch nie in diesem Monat. Dagegen standen 6 Bodenfrosttage, ein erstaunlicher Kontrast. Er war wieder zu trocken. Ohne die beiden Hauptniederschlagstage 11. und 28. (19,1mm) wären nur noch 25% erreicht worden. Auch die Sonne lebte noch mal richtig auf und kappte die 200 Stunden Grenze. Sie brachte es auf 137 Prozent. Erwähnenswert auch die 4 Kurzgewitter vom 1., an dem es auch zum ersten Hagelschlag des Jahres kam (5 mm). Nebel dagegen gab es nur 1 mal am 12.

Schauer begleiteten den Monatseinstieg. Sie zogen von WNW nach ESE durch. Gegen 14:45 wurde er sogar mäßig und brachte 3,2 mm. Der Kracher des Tages waren dann die Gewitter, 4 an der Zahl. Zwei davon zogen nördlich, eines südlich und das letzte bildete sich im Zenit und zog dann nach Süden. Schon das Zweite im Norden hatte die höchste Radarstufe, was bei Berlin auf Hagel schließen lässt. Aber das Letzte hier brachte dann sogar vor dem ersten Donner leichten Hagel. Den ganzen Sommer gab es so etwas nicht. Erst zum meteorologischen Herbstanfang passiert das. 8,8 Liter waren dann im Hellmann.
Einige Cumuluswolken verschönten zusammen mit der Sonne am 2. den Himmel. Den ersten Bodenfrost der Saison mit -0,1°C wurde am 3.9. registriert. Dies ist das zeitigste Auftreten seit Beginn der Messungen (1985). Nächster Termin wäre der 13.September (1991 mit -1,0°C) gewesen. Dann ein Warmfrontaufzug, aus dem es dann auch leicht getröpfelt hat. Der Osten blieb auch am 4. bis zum Vormittag des 5. unter Wolken. Dann kam auch bei uns die Sonne heraus und erweckte den Tag wieder zum sommerlichen Leben.
Am 6. fast, am 7. (25,1°C) und 8. (26°C) dann ein Sommertag. Später am 6. 2 Nebensonnen mit Fernsicht. Doch dann  kamen die Wolken der Front an. Das Zentrum des Tiefs dreht sich bei Hamburg und bewegt sich nach NNE. Die Ausläufer davon lösten sich bisher über dem Fläming auf, so dass wohl kein Niederschlag mehr kommen wird. Es folgte der erste Herbsttag. In der Nacht zum 10. ein schwaches Regengebiet mit 2,5 mm. Es verstärkte sich erst in der Uckermark und der Ostprignitz. Dort gab es bis zu 26 Liter. Am Nachmittag ein dürftiger Schauer. Für die Nacht war eine kräftige Kaltfront angekündigt. Kurz vor Mitternacht ging es dann los. Das schauerartig verstärkte Regengebiet brachte den ersten ergiebigen Regen des Septembers (13,1 mm). Das  nächste Niederschlagsereignis war dagegen eine Enttäuschung. Nur Sprühregen mit 0,2 Liter waren das Ergebnis. In der Nacht zum 12. herrschte sehr dichter Nebel mit 50 m Sichtweite, der sich am Morgen rasch verzog. Minischauern begleiteten den Tag.
Zum 13. ließ sich die Sonne dann wieder häufiger sehen. Kurzzeitig trat dabei wunderbare Fernsicht auf. Einen Tag später zäher Hochnebel, wie in ganz Ostdeutschland. Dann kam auch hier allmählich die Sonne heraus wie in ganz Deutschland. So wurden die 20°C noch erreicht.
Zum 15. startete der Altweibersommer. Die Temperaturen sind dabei mit 20°C noch am unteren Level. Die Sonne scheint dafür umso besser. Morgens gibt es Dunst und Tau, dann viel Sonne und Temperaturen über 20°C Dafür wird es am frühen Abend verdammt schnell kühl.
Am 18. gab es wieder einen Sommertag. Nur ein paar Cirren begleiteten den Tag. Am 19. dann schon 29°C, der 20. auch 29°C und der 21. fast 30°C. Dabei wurde es immer trockener. Es war unglaublich! Schließlich wurde am 22., einen Tag vor Herbstanfang, ein heißer Tag erreicht. Es ist zum einen der späteste Eintrittstag eines heißen Tages und auch zugleich der erste heiße Tag im September seit Messungsbeginn (1985). Bisher wärmster Tag war der 2. September 1997 mit 29,4°C. 5 Sommertage hintereinander wurde zu diesem Termin auch noch nicht gemessen, 3 davon waren auch noch fast heiße Tage. Bisher konnten nur 4 erzielt werden, die auch gerade mal so 25°C überschritten und ziemlich am Monatsanfang lagen (Augustresthitze). Besorgniserregend ist die totale Trockenheit. Der Niederschlag von Ende August hat längst seine Wirkung verloren.
Eine Kaltfront brachte einen Tag später einen Temperatursturz von 10°C. Zuvor wurde fast eine Tropennacht erreicht. Gegen 6 Uhr waren es fast 21°C. Damit endete der diesjährige Altweibersommer.
Die zweite Bodenfrostnacht im September wurde am 24. registriert. Minus 1,8°C wurden gemessen. Einen Morgen danach gesellte sich Fernsicht zum 3. Bodenfrost. Der erreichte heute minus 3°C, auch Reif war heute schon recht kräftig ausgebildet. Herbstliche 18°C mit Sonnenschein herrschten vor. Ein erfreulicher Herbsttag mit 20°C am 26. September. Zum Abend hin näherten sich Wolken der kommenden Störung. Der Tag begann wolkenverhangen. Einige Regentropfen lösten sich am Vormittag von ihnen. Danach kam mehr und mehr die Sonne durch. Ein richtiges Regengebiet zog am 28. auf. Es begann gegen 19 Uhr leicht zu regnen. In der Nacht war er ergiebiger. Am Morgen konnten 8 Liter gemessen werden. In der Nacht zu Dienstag gab es dann Hochnebel auf. So auch in der Folgenacht mit eingelagertem Schauer (Okklusion). Zum Morgen dann Abzug der Sc-Decke und wunderschöner Sonnenschein. Der Tag passt in die Kategorie goldener Oktobertag. Nachmittags dichtere Cumuli, die sich am Abend wieder auflösten.

Wetterstation Jänickendorf
Marco Ringel
www.jaenickendorf-wetter.de