Das Wetter in Jänickendorf im Februar 2003
Der Februar war viel zu kalt (-3,5 Kelvin), außerordentlich niederschlagsarm und sehr sonnenscheinreich. Er erreichte die höchste Anzahl an Frosttagen seit 1951, also auch die höchste seit Messungsbeginn 1985, alle 28. Außerdem gab es seit dem 8. Februar keinen messbaren Niederschlag mehr. Dadurch war dieser Februar mit 5,7 mm der zweittrockenste meiner Messreihe seit 1994 (5,4 mm). Auch war es die höchste Sonnenscheindauer der Messreihe. Mit 122 Stunden überbot dieser Februar um 12 Stunden den bisher sonnenscheinreichsten Februar 1990. Vom 22. bis 27. schien die Sonne durchschnittlich 9,5 Stunden, ein enorm hoher Wert. Die Schneedecke lag bis zum 15. des Monats, auf dem Fläming sogar den ganzen Monat.

Es war ein sonnenscheinreicher Monatseinstieg mit strengem Frost von -8°C, am Erdboden -14°C. Am 2. streifte uns ein Schneefallgebiet und brachte ein wenig Weißes. Der kräftige Schneefall der Nacht zum 3. brachte auch wieder Wärme mit, so dass es zu keinem nennenswerten Anstieg der Schneedecke mehr kam. Das hatte Tauwetter und überfrorene Nässe in der nächsten Nacht zur Folge. Am 4. taute am Vormittag durch die Sonneneinstrahlung der letzte Schnee weg. Zum Abend zog ein sehr schmales dafür aber umso stärkeres Niederschlagsgebiet über unserem Raum. Es hatte eine Ausdehnung von Berlin bis zur Elbe. Binnen einer Stunde fielen darunter 6 cm Schnee, nach zwei Stunden war der Spuk vorbei. So begann der Folgetag mit einer Neuschneedecke. Da die Temperatur leicht über Null Grad Celsius kletterte, taute der Schnee sehr schnell an und die Löcher wurden bis zum Abend doch recht groß. Leichter Schneefall am 6. schloss die Schneedecke am Morgen wieder, die nun auf 2 cm zusammengesackt war. Die Wolken dominierten über den ganzen Tag. Auch am 7. ein großes, aber schwaches Schneefallgebiet. Es war sehr langsam und hielt sich seit 16 Uhr über unseren Raum auf. Nur leichter  Schneefall war ihm zu entlocken, bis Mitternacht kamen so nur  1 cm Neuschnee zusammen. Doch in den Morgenstunden formierte sich das Schneefallgebiet zu neuen Intensitäten. Zwischen 6.10 und 9.05 Uhr schneite es teilweise recht stark und es kamen 5 cm Neuschnee von Himmel. Die Tageswärme war jedoch so stark, dass die Schneedecke alsbald wieder dahinschmolz und der Zustand davor mit einer durchbrochenen Decke erreicht war. Die Temperatur fiel zum Abend so schnell, dass sich erst Bodennebel, dann richtiger Nebel und Rauhfrost ablagerte. So war auch der Einstieg in den Sonntag: Klarer Himmel, Reif und Rauhreif, ein herrlicher Wintertag.

Ab den 10. hatten wir es wieder vermehrt mit Hochnebel zu tun. Absolut wolkenloser Himmel und Sonnenschein den ganzen Tag bescherte uns der 12. Februar. Dass sind die besten Vorraussetzungen für extrem kalte Nächte. Nur der Umstand der sehr geringen Schneedecke schützt uns vor Spitzenwerten, dafür geht der Bodenfrost kontinuierlich in die Tiefe und lag heute schon bei 32 cm. Es folgten noch zwei klare Tage mit Minimum-Werten von bis zu minus 13,5 °C (Erdboden -18°C), bevor gegen Mitternacht der Hochnebel aufzog. Seit 1 Uhr des 15. kam es zu Schneegrieseln, der bis in den Vormittag andauerte und für eine leichte neue Schneedecke sorgte. Sonne vertrieb den Hochnebel am 16. Doch in den Nächten zieht er immer wieder auf. Aber auch klare Nächte mit Hochnebel am Morgen kamen vor, so am 18. In der Folgenacht kam es zu Sprühregen mit Glatteisbildung aus dem Hochnebel, der sich den ganzen Tag über hielt. Es führte einerseits zur Abschwächung der Kälte, in den Mittagsstunden waren es 0°C, aber auch dazu, dass das Glatteis bis zum Mittag den Verkehr behinderte. Ein weiterer Tag mit Hochnebel, dafür kaum noch Frost, folgte.

Erst in der Nacht zum 21. wurden wir den Hochnebel endgültig los. Das Hochdruckgebiet hatte sich über Deutschland etabliert und sorgte fortan für klares Winterwetter mit absolutem Sonnenschein. Dafür wurden die Nächte bei klarem Himmel nochmals empfindlich kalt. Am Tage stellte sich erstmals seit Wochen richtiges Tauwetter ein. Über 7 °C am Mittag wurden bereits am 23. erreicht, da schmolz der Schnee sogar auf dem noch weißen Fläming. Gleiches auch am Folgetag mit nun schon 9°C. Die Temperaturspanne lag dieser Tage bei 20 Kelvin, am Erdboden sogar bei 30 Kelvin. Trotzdem sind an Nordflanken noch Schneereste zu finden. Der Boden taut immer nur oben auf, eine Frostblase bis zu 39 cm bleibt bestehen. Trotz bestem Strahlungswetter konnte der Bodenfrost bis zum Monatsende noch nicht besiegt werden, dazu war er einfach zu stark. Der letzte Monatstag verabschiedete sich wieder mit Hochnebel. In den Morgenstunden gab es auch noch Nebel mit Rauheis. In der Nacht zum 1. März bliebt es erstmals frostfrei.

Wetterstation Jänickendorf
Marco Ringel
www.jaenickendorf-wetter.de