Das Wetter in Jänickendorf im März 2001
Der März war seit langem mal ein zu kalter Monat. Das Monatsmittel blieb mit 1,7 Kelvin unter der Norm. Dafür fiel er deutlich zu nass aus. Mit fast 70 Litern erreichte er 180 % der üblichen Summe. Die Sonne kam dabei etwas zu kurz (75%). Überraschend waren die häufigen Wintereinbrüche, nicht zuletzt am 25./26. März. Zu diesen späten Termin wurde noch nie soviel Schnee in unserer Region gemessen. 

Zu Monatsbeginn lagen nur noch Schneereste. Doch am Sonntag (4.) nahm der Winter wieder einen Anlauf, der noch nicht der letzte gewesen sein sollte. Bis zum 6. schneite es insgesamt 10 cm. Dies war auch eine kalte Nacht mit -7,9°C. Am Erdboden wurden sogar -10°C erreicht. Doch bereits am Dienstagnachmittag war dieser Schnee wieder fast weg, da aus Südwesten sehr milde Luft herangeführt wurde. Nach dem 7. blieb es frostfrei. Der Frühling hat sich zum ersten Mal bemerkbar gemacht. Bis zum 13. blieb es angenehm mild. Allerdings fiel in diesen Tagen auch der meiste Niederschlag des Monats, was die Pflanzen freute. Danach wurde es wieder etwas kühler. Ab Mittwoch (14. März) hatten wir es mit launischem Aprilwetter zu tun. Regenschauer wechselten mit Sonnenschein und das alles bei mäßigen Temperaturen. Am 18. März war bereits das Niederschlagssoll erfüllt. Nicht nur die Hochnebeldecke kam zurück, sondern auch der Winter. So konnten am 20. März wieder 3 cm Neuschnee gemessen werden. Es war aber nur ein kurzes Gastspiel, denn der Schnee taute sogleich wieder. Dafür hatten wir einen Frühlingsanfang mit 10,6 Stunden.

Danach verschwand Klärchen wieder bis zum 26. hinter einer Hochnebeldecke. Unter ihr kam es immer wieder zu Regen und Sprühregen. Besonders am 23. März, gerade am Tag der Meteorologie, war die Regenmenge besonders hoch. Am Abend mischten sich kurzzeitig auch Schneeflocken unter. So kamen 9 Liter zusammen. Damit war das niederschlagreiche Wetter aber noch nicht vorbei. Denn am Sonntag (25.) kam der Winter noch einmal zurück. An einer starken Luftmassengrenze, etwa 12 Kelvin auf nur 200 km baute sich an einem Tief ein starkes Schneefallgebiet auf, das bis zum Montag 20 bis 23 cm Neuschnee brachte. Dies ist ein Rekord für die Jahreszeit und die höchste Schneehöhe seit dem Januar 1987. In Potsdam wurden an diesem Termin seit 1893 noch nie solch hohe Werte gemessen. Damit waren nun 178% der normalen Niederschlagssumme gefallen.

Ab 28. März trat dann eine deutliche Milderung ein. Atlantische Tiefausläufer brachten bis zum Monatsende aber nicht nur milde Temperaturen bis 15°C, sondern auch viele Wolken und Niederschlag. Erst am 31. März ließ sich die Sonne wieder sehen. Danach wurde es frühlingshaft.

Die ersten Tage waren von vielen Wolken und wenig Sonne bestimmt. Am 2. brachte ein mäßiger Schneeschauer 1 cm Neuschnee, der bis zum Mittag wieder wegschmolz. Das Wochenende begann mit Sonnenschein mit hohem CS. Die Sonne kam nur diffus durch die Schleierwolken hindurch. In der zweiten Nachthälfte zu Sonntag verlagerte sich das Tief aus dem Südwesten zu uns und brachte seit den frühen Morgenstunden des 5. mit seiner okkludierenden Front Schneefall. Bis zum Frühtermin gab es eine Decke von 2 cm festem Schnee. Nach leichter Abschwächung der Niederschlagstätigkeit kamen wir am Nachmittag auf die Rückseite, auf der sich der Schneefall wieder kurzzeitig verstärkte. In der Nacht zu Dienstag überquerte uns bereits das nächste Tief. Dabei kam es besonders im Süden Brandenburgs und in Sachsen-Anhalt zu starken Schneefällen. Bis zum Morgen kamen so 10 cm Neuschnee zusammen, die aber aufgrund sehr milder Luft bis zum Abend auf 3 cm tauten. Der 6. begann mit starkem Nebel und einem Raueisüberzug. Die Schneedecke taute ab.

Nach dem 7. blieb es frostfrei. Der Frühling schickte seine ersten Boten voraus. Die Temperaturen stiegen weit in den positiven Bereich auf. Zunächst blieb es noch trocken. In der Nacht zum Freitag (9.) griff ein starkes Niederschlagsgebiet über, das insgesamt 8,4 mm Regen brachte. Auch der Sonnabend war ein milder Frühlingstag. Trotz des milden Wetters war es nicht immer angenehm, da fast jeden Tag Niederschlag fiel. Am Montag beschäftigte uns ein Regengebiet mit mäßiger Intensität. Bis zum Abend kamen so 3,5 Liter zusammen. Das Niederschlagsgebiet zog in der Nacht ab. Im Tagesverlauf wurde es sehr mild. Es war mit 14,9°C der wärmste Tag. Am Nachmittag wurde es etwas böig. 

Aprilwetter pur, kalter Wind, böig, Regenschauer mit mäßiger Intensität, keine Sonne, tiefe Wolken; so sah das Wetter ab dem 14. März aus. Immer wieder zogen Regenschauer hinweg. Insgesamt ist es wieder etwas kühler, aber für die Jahreszeit normal. Am Freitag beruhigte sich das Wetter für eine kurze Zeit. Fast den ganzen Tag war eine tiefe AC Decke wetterbestimmend. Die Sonne hatte nur wenige Lücken zur Verfügung. Doch schon einen Tag später (17.) ging es wieder los. Ab dem Nachmittag mischte sich leichter Schneegriesel in den Regen. Hochnebel beherrschte nun das Wetterbild. Am Sonntagnachmittag überquerte uns ein schwaches Regengebiet. 

Nachdem wir in der Nacht zum 19. in den Warmsektor des heranziehenden Sturmtiefs kamen, änderte sich das Wetterbild am Tage drastisch. Bis zum Morgen stieg die Temperatur auf über 8 °C. Ein Südwestwind schob ein ergiebiges Regengebiet über unseren Raum. Am Tage ging der Regen dann in Schauer über. Danach wandelte sich dieser in Graupel. Kurz nach 14 Uhr passierte dann die Kaltfront unseren Raum mit einem starken Graupelschauer mit Schnee vermischt. Dabei sank die Temperatur auf 3°C. Der Wind erreichte Stärke 9. Später wandelte sich der Niederschlag zu Dauerschneefall. In der Nacht zum Frühlingsanfang ließen dann Sturm und auch der Schneefall nach. Bis zum Sonnenaufgang waren dann auch die Wolken abgezogen, so dass es wenigstens ein sonniger Tag mit 10,6 Stunden wurde. Auch der 21. begann klar und frostig. Die Sonne konnte bis zum Mittag scheinen. Dann machte sich Aufzugs-bewölkung bemerkbar. Bis zum Abend verdichteten sich diese. Von Süden her näherte sich ein Schneefallgebiet, dass bis um 18 Uhr bis zur Elbe vorangekommen war und in Leipzig schon 7 cm Schnee brachte. Weiter kam es jedoch nicht und löste sich in den Abendstunden dort auf. Die Hochnebeldecke blieb bis zum 26. erhalten. Am Nachmittag des Welttages der Meteorologie (23. März) griff aus Südwesten ein kräftiges Niederschlags-gebiet über, das anfangs Schnee, später nur noch Regen brachte. Bis zum Morgen kamen so 9 Litern zusammen. 

Am Sonntag erneuter Wintereinbruch im Urstromtal. Seit dem Morgen schneit es. Ab 19 Uhr sank die Temperatur unter 0°C, so dass der Neuschnee nicht mehr nachtaute. Da blieb der Schnee auch auf den Straßen liegen und führte dort zu massiver Schneeglätte. Das Niederschlags-gebiet regeneriert sich an der krassen Luftmassengrenze immer wieder, ähnlich wie 1978/79: Starker Schneefall, 800 Meter Sicht und eine Neuschneedecke von 20 cm am Montag Morgen. Nun sind bereits 176% der normalen Niederschlagsumme aufgelaufen. Am Vormittag zogen dann die Wolken ab und die Sonne konnte nach einer Woche endlich mal wieder scheinen. In der Nacht zu Dienstag (27.) kam es durch die Schneedecke zu starkem Frost (-14°C am Erdboden). Der Schnee sackte auf 12 cm zusammen. Die Temperatur blieb aber unter 0°C, so dass es zu keiner weiteren Abnahme kam. Am 28. waren es noch 10 cm. Das Niederschlagsgebiet des Tiefs am Donnerstag war nördlich an uns vorbeigezogen und brachte uns daher nur mildere Luft. Am Freitagvormittag sprühte es. Am Nachmittag ging der Niederschlag in leichten Regen über. Die Temperatur kletterte bis zum Abend auf immerhin 9°C. Am 31. klarte es auf, dabei entstand teils dichter Nebel und ein wenig Reif. Bis zum Abend bewölkte es sich wieder. Die Temperaturen waren nun schon bei 15°C angekommen.

Wetterstation Jänickendorf
Marco Ringel

www.jaenickendorf-wetter.de